02.06.2018: EUROBONDS

SUISSE BANK PLC wird oft von internationalen Kunden gefragt, was man von sogenannten Eurobonds halten würde. Für den konservativen Kapitalanleger könnte dies eine interessante Asset- Klasse sein. Wer früher Staatsanleihen von einzelnen Ländern in sein Depot legte, hat über unterschiedliche Papiere einen Risikomix eingekauft. Staatsanleihen mit hoher Bonität des ausgebenden Landes haben eine relativ niedrige Verzinsung, andere mit schlechterer Bonität eine höhere Verzinsung. Ein Eurobond würde die Bonitäten aller EU- Länder miteinander vermischen, und eine durchschnittliche, niedrige Rendite beinhalten. Wie gesagt, ein sehr konservatives Mittel, geeignet für Kapitalsammelbecken, die zweckgebunden sind und keine Verluste produzieren dürfen, oder aber auch für sehr vorsichtige Anleger. Die Aktionäre der SUISSE BANK PLC haben eher andere Vorstellungen, auch müssen wir zu diesem Zeitpunkt sagen, das SUISSE BANK PLC volkswirtschaftlich dem Nutzen von Eurobonds eher kritisch gegenüber steht.

Eurobonds sind Anleihen, die von allen Euro- Staaten gemeinsam begeben werden sollen. Die Befürworter möchten gerne, dass die Euro- Randländer die Möglichkeit haben, auf den Schultern der gesamteuropäischen Bonität günstigere Kreditzinsen einzukaufen. Wenn man sieht, das viele Randländer ihre Staatsanleihen mit zweistelligen Zinsen ausstatten müssen, damit Abnehmer gefunden werden, ist es nicht verwunderlich, das angeregt diskutiert (und politisch sogar gedroht) wird.

SUISSE BANK PLC sieht hier das Problem, dass mit der Einführung von Eurobonds die bis dato starken Länder zusätzlich mit höheren Finanzierungskosten belastet würden, schwächere Länder sich „bequem“ anlehnen könnten und zwingend notwendige Anreize zur Problembeseitigung aufgeweicht werden könnten.

SUISSE BANK PLC stellt die Vorteile und Nachteile von Eurobonds gegenüber:

  • Vorteile

Pleitekandidaten stehen bisher weitgehend allein gegen die Macht der Finanzmärkte: mit Hilfe der Eurobonds könnten sie sich wieder zu moderaten Konditionen Kredite besorgen – und zwar deshalb weil die soliden Staaten bei jeder einzelnen Anleihe mit im Boot sind und dadurch das Durchschnittsrisiko verringern.

  • Nachteile

Eine gemeinsame Haftung für Schulden würde voraussichtlich ein tatkräftiges Sanieren und Sparen für die schwachen Euro- Länder noch unattraktiver machen. Die leistungsfähigen Länder würden damit zumindest anteilig die Schäden der schwachen übernehmen, allerdings ohne Steuerungsmöglichkeit der Maßnahmen, wie bei individueller Hilfestellung ausgehandelt werden kann.

SUISSE BANK PLC schätzt, das dies für starke Nationen wie z.B. Deutschland Zinsaufschläge um die 2,5 Prozentpunkte bedeuten könnte, mithin ein Volumen von um die 50 Milliarden Euro pro Jahr, die als Mehrbelastung anfallen würden. Falls dieser Weg also zur Gesundung des europäischen Wirtschaftsraumes eingeschlagen wird, kann dieses nur unter gewissen Voraussetzungen und Auflagen für die befürwortenden Länder geschehen um überhaupt den gewünschten Effekt herbeiführen zu können.